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Photoshop Convention 2009 Tag 2
Auch heute stehen also wieder zahlreiche Vorträge auf der Tagesordnung. Nachdem ich bereits letztes Jahr von Bert Monroys Mammutprojekten begeistert war, stand für mich dessen Vortrag zum Thema “How to create realistic textures” als erstes auf der Tagesordnung. Leider fiel das erste Drittel des Vortrags erst einmal der Vorstellung seiner Arbeiten zum Opfer. Nicht dass dies uninteressant wäre, aber sowohl Motiv als auch Erklärung waren ein exaktes Abbild der Vorträge des Vorjahres. Andererseits: Die unglaublich akribischen und detailverliebte Bilder von ihm haben auch eine Schaffenszeit von mehreren Jahren. Hier einmal einige Fakten zu seinem letzten Werk “Damen”, welches auf der Website von Bert zu sehen ist.
- Format: 300 cm auf 100 cm
- Dateigröße (reduziert auf eine Ebene): 1,7 Gigabyte
- Reine Arbeitszeit: ca. 2.000 Stunden
- Das Gesamtdokument besteht aus fast 50 einzelnen Photoshop-Dateien
- Zusammengefasst besteht das Gesamtdokument aus mehr als 15.000 Ebenen
- Verwendung von über 500 Alphakanälen und 250.000 Pfaden
Der restliche Beitrag über die Texturen war interessant, aber auch hier erinnerte es mich Etwas zu sehr ans Vorjahr. Dennoch: Gehört und gesehen haben sollte man ihn auf jeden Fall einmal.
Auf den nächsten Vortrag freute ich mich besonders: Russel Preston Brown. Ich habe ja bereits in meinem Bericht zum ersten Tag der Convention von seinem lockeren Auftakt geredet und auch der Beitrag zum Maskieren sollte mich nicht enttäuschen. Dieser Mann ist ein Phänomen. Er schafft es mit solchem Witz, Charme und Leichtigkeit zu erzählen und integriert das Publikum einfach hervorragend. Als ein Fotograf neben mir einige Bilder von ihm schoss begann er, mit dem Kommentar “Do you have this one?” wilde, gestellte Posen auf der Bühne zu vollführen.

Russel Brown über Maskierungen in Photoshop
Das Niveau war hier bunt gemischt. Von einfacheren Tipps bis hin zu interessanten Ansätzen. Was ich insgesamt, auch in anderen Beiträgen sehr schön fand, war das Aufgreifen der erweiterten Füllmethoden. Es ist seltsamerweise nur sehr wenigen, auch alteingesessenen Photoshop-Usern, bekannt, dass sich Ebeneninhalte in einigen Fällen im Handumdrehen über das Ausblenden bestimmter Helligkeitsbereiche ausblenden lassen - ganz ohne Pfade, Ebenenmasken etc. ( Einen Workshop zu diesem Thema befindet sich auf Photozauber.de)
Der restliche Tag fand für mich weitestgehend abseits der Vorträge statt. Ich hatte ein weiteres nettes Gespräch mit Gerhard Koren und Cornelia Karl von video2brain so wie Thorsten Blach, dem Organisator der Photoshop Convention. Dabei ging es auch grob um die zukünftige Positionierung der Veranstaltung. Ich bin überzeugt davon, da wird sich noch einiges tun. Übrigens ist es nun Gewissheit: Ich habe am ersten Tag einfach die, für mich, falschen Vorträge erwischt. Karsten Rose muss beispielsweise in seinem Vortrag zu “Beauty Retusche” sehr überzeugt haben.

Kurz vor sechs begann der Abbau der Stände und um halb sieben endeten die letzten Vorträge. Damit war die diesjährige Convention beendet und entließ ihre Besucher in einen ungemütlichen Novemberregen der heimlich in der frühen Dunkelheit eingesetzt hatte. Wie im Vorjahr hatte ich mich noch mit einigen anderen für den Abend verabredet um im Münchner Nachtleben, dass ich nun als frisch Fortgezogener leider nicht mehr regelmäßig genießen kann, noch einen Abschluss fernab von Photoshop und “Daily Business” zu finden.
Rückblickend gehe ich mit überwiegend positiven Eindrücken von der Photoshop Convention. Die sehr angenehme Größe an Teilnehmern (ca. 300 dieses Jahr) machte alles recht familiär, man kam sehr schnell mit den verschiedensten Leuten in Kontakt und konnte sich hervorragend austauschen. Mein Geldbeutel quillt über von Visitenkarten toller Personen, zu denen ich hoffentlich im Großteil weiterhin Kontakt halten werde. Auch alte Bekannte der letzten Con wie den Fotograf André Noll habe ich erfreulicherweise wieder gesehen. Nachholbedarf sehe ich bei der Adressierung und Positionierung der Vorträge. Eine klare Definition des Niveaus und der Inhalte des Vortrags sollte hier ein guter Anfang sein. Am Niveau der Referenten sollte es ganz gewiss nicht scheitern.
Ich freue mich auf das kommende Jahr, auf alte und neue Gesichter und auf München.
Matthias | 29.11.2009
Hallo Philip, schöne zwei Beiträge zur Convention. Du triffst es auf den Punkt. Ein großes Dankeschön auch, das wir Deine Bilder nutzen dürfen für das Commag. Die Kameraautomatik unserer 99 Euro-Kamera hat den ISO-Wert extrem nach oben geknallt. Alle Bilder sind total verrauscht. Deine sind gut geworden und ich konnte viele nutzen. Und zu den weiteren Themen schreiben wir dann noch die Tage. Wir haben uns sehr gefreut, dich wiederzusehen.
Philip | 30.11.2009
Das mit den Bildern ist doch gerne geschehen. Letzendlich sind es ja auch nur Schnappschüsse. Fürs nächste Mal dann eine Hasselblad, dann gibt’s auch weniger Rauschen. :)