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Artikel
Inspiration Webdesign
Kreative Ideen lassen sich bekanntlich nicht jederzeit auf Kommando abrufen, wie es beispielsweise beim Anwenden mathematischer Formeln nach einem strikten Muster möglich ist. Das ist selbstverständlich auch beim Entwerfen von Websites nichts anderes und wird hier durch die Möglichkeiten sich immer weiterentwickelnder Webtechnologien noch drastischer. Wer hier nicht am Ball bleibt, verliert schnell den Anschluss an das Machbare und produziert irgendwann nur noch altbackene Designs. Um dem vorzubeugen bietet es sich an die (gestalterische) Entwicklung in der Webszene zu verfolgen und zu archivieren.
Online Showcases
Es gibt zahlreiche Seiten und Blogs im Netz, die vermeintlich tolle Galerien an Websites zusammenstellen und großspurig mit „The most brillant 25 Websites“… etc. betiteln. Die Kunst liegt hier letztlich daran, diejenigen herauszufiltern, die tatsächlich qualitativ hochwertig sind- in gestalterischer und optimal natürlich auch in technischer Hinsicht. An dieser Stelle möchte ich einige meiner Lieblingsseiten vorstellen.
Smashing Magazine
Das bekannte Smashing Magazine bietet neben Fachartikeln auch regelmäßig gut recherchierte Showcases zu den verschiedensten, auch ausgefalleneren, Themen an, wie z.B. Webdesign in the Arab world. Die Wahrscheinlichkeit, hier hochwertige Designs vorgestellt zu bekommen ist in der Regel recht hoch und das Stöbern macht eine Menge Spaß.
Ebenfalls beim Smashing-Magazine findet sich eine nette Sammlung an Fehlerseiten, samt Anleitung, was bei der Konzeption dieser Sonderseiten beachtet werden sollte. Erreicht wird dieser, indem einfach eine nicht existente Seite innerhalb der TLD smashingmagazine.com angesteuert wird.
Smashing Magazine: Gut recherchierte Artikel und Showcases
CSS Glance
Eine sehr umfangreiche Sammlung an CSS-Designs findet sich auf der Seite CSS Glance. Die Qualität der angebotenen Designs schwankt hier deutlich, jedoch bietet sich ein großer Vorteil bei der Suche nach konkreten Eigenschaften: In der rechten Spalte lassen sich die Inhalte der Datenbank nach vielen verschiedenen Kriterien filtern. So ist es möglich nach bestimmten Farben zu suchen, nach der Layout-Art (statisch, liquid, elastisch), nach Navigationstyp (Horizontal oder Vertikal) etc.
In der rechten Seitenleiste lassen sich auf cssglance.com viele verschiedene Filter einrichten.
Dribbble.com
Dribbble ist ein derzeit recht neuer Dienst, der sich noch in der Betaphase befindet. Ein eigener Account, und damit die Möglichkeit selber Inhalte bereit zu stellen, ist ausschließlich per Einladung durch einen bereits existierenden User möglich. Diese Selektion erschwert es zwar auch guten Designern Ihre Werke „mal eben“ zu präsentieren, auf der anderen Seite sorgt es für eine höhere Qualitätssicherung der eingestellten Werke. Wie sich das Niveau hält, wenn der Service größer wird und mehr Einladungen seitens der User erfolgen können, unter denen sich sicherlich auch Gefälligkeiten unter Freunden befinden, bleibt abzuwarten. Aktuell treibt sich dort mitunter die Crème de la crème des Web- und Interface-Designs in Form von Personen wie David Lanham, Anthony Pirainho etc. herum.
Dribbble ist derzeit der “Spielplatz” vieler namhafter Künstler
Emberapp
Die Website Emberapp.com bietet auf den ersten Blick ein Showcase, das CSS Elite und vielen anderen ähnlichen Seiten wie aus dem Gesicht geschnitten scheint. Viele Inhalte, die jeder bereitstellen kann und durch die vorrangig anhand der vergebenen Tags navigiert wird. Der „große“ Vorteil ist jedoch die direkte Schnittstelle zu der Anwendung „Little Snapper“ für den Mac, in die Inhalte aus der Emberapp-Datenbank direkt inkl. Tags importiert werden können. Little Snapper ist ein Tool, das ich im weiteren Verlauf dieses Artikels noch vorstellen möchte. Unabhängig davon findet man auch hier eine Menge interessanter Designs, gegenüber dem Dienst Dribbble ist die Migliedschaft hier für jeden Interessenten möglich- auch ohne explizite Einladung.
EmberApp bietet eine direkte Schnittstelle zu Little Snapper für den OS X
Delicious
Bookmarking-Services wie Delicious gibt es eine ganze Menge. Mr. Wong, Digg, Reddit und Google Bookmarks sind nur ein paar weitere dieser funktional nahezu gleichwertigen Services. Der Vorteil von solchen Diensten liegt hier: Wenn ich z.B. einen Artikel im Netz suche, der sich mit der Gestaltung von verschiedenen Navigationstypen beschäftigt (http://www.delicious.com/search?p=navigation&chk=&context=main%7C&fr=del_icio_us&lc=), liefert Google viele viele Treffer, die zu 90% jedoch unbrauchbar sind. Über die Suche in der Delicious-Datenbank werden die Treffer automatisch nach der Anzahl an zugewiesenen Bookmarks sortiert, so dass jene Artikel, die von vielen Usern gespeichert wurden an erster Stelle stehen. Das sorgt für eine recht zuverlässige Trennung von guten und schlechten Webinhalten.
Per Suche lassen sich anhand der gesetzten Bookmarks schnell hochwertige Inhalte herausfiltern.
Tools zur Verwaltung
Das Durchstöbern von Showcases ist eine spannende Sache, wird jedoch erst dann richtig effektiv, wenn man sich jene Designs, die einen besonders ansprechen, sinnvoll abspeichern und jederzeit wieder abrufen kann um sich zu bestimmten Themen inspirieren zu lassen. Hierzu möchte ich zwei Möglichkeiten vorstellen:
Little Snapper
Little Snapper ist eine Anwendung für OS X, also leider ausschließlich für Mac-User verfügbar. Denen kann ich dieses Programm jedoch nur um so eindringlicher ans Herz legen. Little Snapper speichert Webseiten (oder auch andere Grafiken, Skizzen etc…) in einer Offline-Datenbank ab. In einer Gitteransicht kann ich so alle gespeicherten Screenshots ansehen. Zudem lassen sich die einzelnen Screens nach bestimmten Schlagwörtern taggen, die dann automatisch so genannten Smart-Foldern zugeordnet werden. So besteht meine Datenbank aus vielen verschiedenen Kategorien, wie verschiedenen Farben (Rot, Blau,…), Icons, Fashion, illustrativ, Einseiter etc. Für „jeden“ Webseitentyp also ein Ordner, aus dem ich mich jederzeit schnell bedienen kann, wenn ich kreativen Input für ein bestimmtes Thema suche.
Webseiten lassen sich unter Anderem schnell über ein kleines Icon in der System-Menüleiste am oberen Bildschirmrand „snappen“. Little Snapper speichert dann die gesamte sichtbare Website offline ab. Sowohl als Bild, als auch mit dem Quelltext. Eine Offline-Analyse des Quellcodes ist somit ebenfalls jederzeit möglich.
Die Verwaltung der internen Datenbank ist in Little Snapper übersichtlich und funktional vielfältig.
Zootool
Eine abgespeckte Variante von Little Snapper, wenn man es überhaupt vergleichen kann, bietet der Online-Dienst Zootool. Der große (und kurze) Boom darum ist zwar bereits schon wieder vorbei, aber dennoch ist der kostenlose Service mit durchaus hübscher Oberfläche eine praktische Online-Lösung um Weblinks mit Miniaturansicht und andere Grafiken zu speichern und zu taggen. Die Möglichkeiten sind bei Weitem nicht so umfangreich wie in Little Snapper, dafür ist der große Vorteil die weltweite Erreichbarkeit, unabhängig wo und an welchem Rechner man sich gerade befindet.
Kostenlose Online-Verwaltung von Bookmarks mit Zootool