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Kategorie Designblog

  • 2011 04.10. Dienstag

    Schrift und Farbe im Web

    Geschrieben unter Designblog
    Kommentare (9)

    Teaserbild mit vielen bunten Buchstabenklötzchen

    Heute kam die “erfreuliche” Nachricht in mein Postfach geflattert, dass die PhoCon Professional in München (ehemals Photoshop Convention) aus diversen Gründen nicht stattfinden wird. Ärgerlich, dass die Veranstaltung ausfällt, zumal ich als Referent gebucht war und mir in den letzten Wochen neben meiner Festanstellung eine Menge Mühe gemacht hatte, einen ansprechenden Vortrag zu planen.

    Aber wie dem auch sei, man muss ja immer das Positive sehen, und das bedeutet in diesem Fall: Mein PDF-Booklet, das ich für die Zeit nach der Convention für Alle und Jeden online stellen wollte, findet nun bereits heute seinen Weg an die Öffentlichkeit.

    PDF-Booklet “Schrift und Farbe im Web”

    Um was geht es in diesem kleinen eBook? Um Schrift und Farbe im Web, insbesondere für diejenigen aufbereitet, die bislang gestalterisch nur wenig mit dem Medium Internet zu tun hatten, aber durchaus Erfahrung in anderen Bereichen sammeln konnten. Es bietet einen kleinen historischen Abriss über die Entstehungswege von Schrift im Web, über die schönen und weniger angenehmen “Charakterzüge” von Schriften am Monitor, bietet Praxistipps aus Usability-Sicht und gibt Inspirationsmöglichkeiten zum Finden und Wählen der passenden Schrift. Ein netter thematischer Wink des “Wasauchimmers” dass gestern erst der Schriftenservice Typekit von Adobe übernommen wurde…

    Im zweiten, kürzeren Teil, gibt ein Abriss über Farbe einen Einblick in die Farbpsychologie im Web und das planen barrierearmer Websites durch eine geeignete Farbwahl, die keinen Besucher unabsichtlich ausschliesst

    Download des eBooks “Schrift und Farbe im Web”

    Ihr könnt das 45 Seiten starke PDF kostenlos herunterladen. Eine kommerzielle Weiterverwendung ist nicht gewünscht, ansonsten fühlt Euch frei, dieses Dokument zu teilen und weiter zu empfehlen.

    Viel Spaß beim Durchstöbern!

  • 2011 13.07. Mittwoch

    eBook-Tipp: A Book Apart

    Geschrieben unter Designblog
    Kommentare (1)

    Übersicht der Cover bisheriger A Book Apart Publikationen

    Dem Ein oder Anderen werden die wirklich großartigen Artikel von A List Apart ein Begriff sein. Wenn nicht, dann bitte jetzt sofort die Seite ansteuern – es lohnt sich. Ich warte derweil, versprochen. ☺

    Seit einigen Monaten werden neben den Webartikeln ebenfalls kompakte Bücher angeboten, unter dem Namen A Book Apart. Die Büchlein behandeln jeweils ein spezielles webdesign-relevantes Thema. Ich bin mit den ersten beiden Ausgaben „HTML5 for Web Designers“ und „CSS3 for Web Designers“ eingestiegen und seitdem ein treuer Käufer neu erscheinender Bücher besagter Reihe. Entsprechend freue ich mich über jede Neuankündigung.

    Der große Pluspunkt der „A Book Aparts“ ist jener, dass sie sich schnell und angenehm lesen lassen. Man wälzt sich nicht wochenlang durch trocken geschriebene Fachabhandlungen, sondern bekommt das nötige Wissen kompakt und in der Regel sehr locker beschrieben präsentiert. Natürlich darf man hier nicht den Tiefgang tonnenschwerer Kompendien erwarten, dazu fehlt bei den ca. 100-150-seitigen Dokumenten der Umfang. Aber es gibt einen sehr guten Überblick, gespickt mit schönen Detaillösungen und einem guten Einblick in andere Arbeitsweisen

    Die Bücher sollten also eher als guter Einstieg in eine neue Thematik betrachtet werden, in die man anhand der vielen weiterführenden Weblinks und Buchempfehlungen innerhalb des Textes genug Ansatzpunkte findet, um auch tiefgreifender in die Materie einzutauchen.

    Die Bücher gibt es sowohl als Paperback als auch als eBooks. Optisch schön gestaltet bieten letztere sogar eingebettete Videos, um Sachverhalte hier und da eingängiger zu beleuchten. Man erhält das Buch in verschiedenen elektronischen Formaten, von .epub über .mobi bis hin zum gängigen PDF. Bislang sind 5 Ausgaben erschienen, die mit preislich sehr fairen 9$ für die digitale Version zu Buche schlagen.

    Meinerseits eine ganz klare Leseempfehlung. Ich habe alle bisher erschienenen eBooks gelesen und kann jedes einzelne davon ans Herz legen.

    Zum Store von A Book Apart

  • 2011 21.06. Dienstag

    ICQ und Beejive verkuppeln

    Geschrieben unter Designblog
    Kommentare (2)

    Teaserbild ICQ und Beejive. Logos von ICQ, Beejive und einem iPad

    Das Chatten mit Freunden ist heutzutage ein fest implementierter Bestandteil im Tagesablauf vieler Menschen. Früher war ICQ der Dienst schlechthin, inzwischen gibt es viele Services die genutzt werden: AIM, Windows Messenger, iChat, Skype, Facebook… die Liste ist lang und die Nutzung breiter auf die verschiedenen Anbieter verteilt als früher, dennoch ist ICQ derzeit nicht zu ignorieren, auch wenn es bessere Lösungen (weiter unten) gibt. Als Reaktion darauf haben sich einige Multi-Messenger etabliert, die es erlauben mehrere dieser Chat-Dienste in einer einzelnen Anwendung zu bündeln. So auch Beejive auf dem iPhone/iPod Touch/iPad – die in meinen Augen attraktivste (sowohl optisch als auch technisch betrachtet) Lösung für die iDevices.

    ICQ Service gestrichen, wieder da und wieder weg…

    Der Anfangs erwähnte Dienst ICQ wurde 2010 das erste Mal aus der offiziellen Feature-Liste von Beejive gestrichen, was sofort mit empörten Reaktionen und massiven Negativbewertungen im iTunes-Store quittiert wurde. Mit dem Folgeupdate wurde ICQ zwar nicht wieder als offizieller Dienst aufgenommen, doch es war problemlos möglich, stattdessen den AIM (AOL Instant Messenger) zu wählen und hier seine ICQ-Daten einzutragen. Der Vorteil, dass ICQ eben eine Tochterfirma von AOL war.

    Mitte 2010 allerdings verkaufte AOL den Chat-Dienst an einen russischen Konkurrenten, DST (Digital Sky Technologies, eventuell bekannt durch mail.ru) für schlappe 187,5 Millionen Dollar. Das hatte soweit erst einmal noch keine Auswirkungen auf die gesamte ICQ-Multi-Messenger-Konstellation von Fremdanbieter, inzwischen aber schon. Alle Dienste und Daten werden inzwischen fast komplett auf DST-Servern gelagert und damit fest unter der Kontrolle der Russen. Diese wiederum verlangen von den Entwicklern der Messenger-Anwendungen eine formelle Vereinbarung und finanzielle Abgaben. Wer nicht bereit ist, diese zu zahlen, erhält keinen Zugriff mehr auf die ICQ-Server. So auch der Fall bei Beejive.

    Zumindest so im Groben lässt sich der aktuelle Zustand beschreiben. Ich erhebe keinen Anspruch auf die absolute Korrektheit dieser Angaben, ich habe mir die Info selber aus diversen Foreneinträgen, Pressemitteilungen etc. aus dem Netz zusammengeklaubt.

    Bei den meisten Anwendern funktioniert ICQ nicht mehr in Beejive, bei manchen hingegen läuft es (noch) problemlos.  Da ich selber betroffen bin habe ich mich schlau gemacht und eine gut funktionierende, kostenlose Lösung gefunden…

    Die Lösung: ICQ Transport via Jabber

    ICQ Transport via Jabber. Das klingt nun erstmal sehr kryptisch. Im Grunde ist es aber garnicht so schwer. Jabber, oder um es mit dem eigentlich aktuellen, aber nicht so verbreiteten Begriff XMPP zu benennen, ist ein Protokoll zum Übertragen von Nachrichten und Dateien. XMPP ist ein offen dokumentiertes Protokoll und wird aktiv weiterentwickelt und verbessert. Der große Vorteil von XMPP ist die Fähigkeit der so genannten Transports. Diese ermöglichen es, auf andere Messeging-Netzte, wie eben ICQ, zuzugreifen. Man loggt sich also in Jabber ein, lädt den ICQ-Dienst, trägt dort seine ICQ-Daten ein und kann nun über Jabber mit seinen ICQ-Kontakten kommunizieren.

    Wer daran interessiert ist, findet hier Wikipedia-Artikel zu XMPP (Jabber) im Allgemeinen und dem XMPP-Transport im speziellen.

    Workshop: ICQ Transport einrichten

    Als erstes müsst Ihr Euch einen kostenlosen Jabber-Account einrichten. Dazu meldet Ihr Euch bei einem der vielen verfügbaren XMPP-Server an, die rund um den Globus aufgestellt sind. Dabei ist zu beachten, dass er den ICQ-Transport ermöglicht. Haltet Euch dabei am Besten an diese umfangreiche Server-Liste.

    Hinweis: Auf iDevices kann es (muss aber nicht) zu Problemen mit der Anmeldung kommen, wenn der Servername mit „jabber“ lautet. Also z.B.  „jabber.litsp.com“ oder „jabber.no“.  Warum auch immer, ich habe das irgendwo gelesen und kann es aus eigener Erfahrung bestätigen. Am Mac war ein problemloses einloggen möglich, am iPhone nicht.

    Die Anmeldung und sämtliche weitere Konfiguration nehmt Ihr am einfachsten mit PSI-IM vor. Ein Open-Source IM für Windows, OS X und Linux. Installiert die Anwendung und startet sie.

    1. Jabber-Account registrieren

    Direkt nach dem Starten von PSI werdet Ihr aufgefordert, einen Account zu erstellen. Klickt auf „Register new Account“. Unter „Server“ tragt Ihr dann Euren Wunschserver aus der oben verlinkten Liste ein. In meinem Beispiel ist es „draugr.de“. Klickt dann direkt auf „Next“. Eventuell müsst Ihr hier das Zertifikat bestätigen.

    Account einrichten

    Im folgenden Feld tragt Ihr einen gewünschten Benutzernamen so wie ein persönliches Passwort ein und klickt wieder auf „Next“. Damit ist das Konto erstellt.

    Bestätigter Account

    2. Transport einrichten

    In der Kontaktliste steht nun ganz oben der Jabber-Service. Ich habe ihn mit Jabber benannt, als Standardwert wird hier der Name des Servers angezeigt. Klickt mit Rechts darauf und wählt „Status > Online“. Sobald der Stern Gelb leuchtet klickt Ihr erneut mit Rechts und wählt „Service Discovery“.

    ICQ-Service aktivieren

    Nun erscheint eine Liste in der Ihr unter Anderem den Eintrag „ICQ Transport“ entdeckt. Aktiviert diesen mit einem Doppelklick. (Sollte der Dienst mehrfach angezeigt werden, wählt einfach einen davon aus) Im Folgedialog tragt Ihr Eure ICQ-Zugangsdaten ein und bestätigt mit „Register“.

    ICQ Daten eintragen

    In der Kontaktliste blinkt nun ein neuer Kontakt auf. Diesen müsst ihr doppelklicken und Authentifizieren. Danach loggt Ihr diesen Benutzer/Service ein, indem ihr Rechts darauf klickt und „Log On“ wählt.

    Mit dem Jabber-ICQ-Dienst verbinden

    Nach kurzer Zeit beginnt die Liste, sich mit all Euren Kontakten zu füllen. Diese müsst Ihr abschließend einmalig alle einzeln doppelklicken und ebenfalls authentifizieren. Das ist ein wenig umständlich, aber eben nur einmal nötig. Ihr könnt PSI nun beenden und Euch mit Beejive in Euren Jabber-Account einloggen. Alle ICQ-Kontakte sind zu sehen und frei zur Kommunikation. ☺

     

  • 2011 06.05. Freitag

    Die Künstlersozialkasse (oder der Rentenfrust)

    Geschrieben unter Designblog
    Kommentare (1)

    Teasergrafik Artikel: Bunte Pinsel und Einbahnstraßen-Verkehrsschild.

    In den letzten Tagen habe ich mich vermehrt mit der Altersvorsorge beschäftigt. DER Kernaspekt war dabei, wie ich mich neben der gesetzlichen Rente vernünftig ergänzend absichere, um die Versorgungslücke zu decken.

    Gesetzliche Rente, hurra!

    Wenn es nach mir ginge, dann würde ich in die gesetzliche Rente keinen Cent einzahlen. Die 70er und 80er-Generation, zu der ich mich „glücklicherweise“ in diesem Zusammenhang zählen darf, ist einer der ganz großen Verlierer des demografischen Wandels und der deutschen Rentenpolitik. Um das einmal annäherungsweise in Zahlen auszudrücken: Um mit 65 Jahren monatlich 1500€ zur Verfügung zu haben (inkl. Inflation und all dem), müsste ich nun noch knapp 35 Jahre lang monatlich ca. 700€ in die gesetzliche Rente einzahlen. 700€! Jeden Monat. Würde ich in eine Fondsgebundene Altersversicherung investieren, so müsste ich dafür gerade einmal gut 250€ monatlich aufbringen. Diese Zahlen bitte nur als Richtwerte nehmen, mir ist klar, dass viele Faktoren die tatsächliche Summe beeinflussen, aber dennoch wird der Größenunterschied spürbar. Nun stellt sich die Frage: Ja warum zahlt er dann überhaupt in die gesetzliche Rente ein? Als Selbständiger sollte man doch die Wahl haben. Das stimmt. Aber: „Ätsch! Künstler!“

    Selbständigkeit in zwei Klassen

    Wer als Künstler in Deutschland selbständig ist, erfährt das zweifelhafte Glück, in der KSK (Künstlersozialkasse) pflichtversichert zu sein. Der mündige Bürger darf nicht frei entscheiden, er muss sich unter den Mantel der KSK begeben. Das bedeutet, sobald ich mich mit meiner Arbeit in einem bestimmten Berufskreis bewege, der von Jahr zu Jahr größer wird, übernimmt die KSK eine Art Arbeitgeberrolle. Der Grundgedanke ist durchaus positiv: Wie ein Arbeitnehmer auch, erhält man von der KSK die Hälfte zu Kranken- und Pflegeversicherung, so wie der gesetzlichen Rente zugezahlt. Und letzterer Punkt ist jener, der die KSK für mich absolut ungenießbar macht. Hat man bezüglich Krankenversicherung noch die Wahl zwischen PKV und GKV und dem gewünschten Anbieter, ist die Rente zwingend in der gesetzlichen Rentenkasse vorgesehen. Ohne Wenn und Aber. Ohne Ausweg.

    Bei Geringverdienern, die den Großteil der Künstler ausmachen (Jahresgewinn ca. 11.000 €) rechnet sich das Modell KSK. Die Zuzahlungen zur Krankenversicherung gleichen den „Geldverlust“ der Rentenzahlung gut aus; man spart gegenüber einer vollständig eigenständigen Abdeckung von KV und Rente ein paar Euro ein. Sobald man jedoch mehr verdient, ca. ab 1500 Netto im Monat, kehrt sich das Ganze um. Die zu zahlenden Beiträge für die gesetzlichen Rente steigen, die Auszahlung bei schwacher Rendite bleibt jedoch gering und die Versorgungslücke wird größer. Würde man stattdessen komplett privat vorsorgen, könnte man sich problemlos eine angenehme dreistellige Summe monatlich für sinnvolleres ansparen. (Abhängig von der Höhe der monatlichen Einnahmen und der damit verbundenen Abgabe für die Rente)

    Ich frage mich, warum diese Zwangsverpflichtung bzgl. KSK-Mitgliedschaft und der Rente nur Künstler trifft. Warum nicht jeden Selbständigen? Warum dürfen Künstler nicht auch die Wahl haben?

    Austritt? Nein. Zahlen? Ja.

    Einfach so Austreten aus der KSK funktioniert also nicht. Bis gestern Abend war ich wenigstens davon überzeugt, dass sich die Geschichte KSK spätestens dann erledigt hat, wenn man überwiegend im Angestellten-Verhältnis bzw. im nicht-künstlerischen Bereich tätig ist. Aber ganz so einfach ist es nicht.

    Fall 1: Überwiegend Selbständig
    Der Fall ist klar: Die größeren Einnahmen erfolgen aus der künstlerischen Selbständigkeit. Die KSK zahlt die Anteile für KV, Pflege und gesetzliche Rente.

    Fall 2a: Überwiegend angestellt/nicht-künstlerisch
    Verdient man mit der künstlerischen Selbständigkeit im Vergleich weniger als im Angestelltenverhältnis (nicht-künstlerische Tätigkeit), so geht die Zuzahlung der KSK zur Kranken- und Pflegeversicherung verloren. Ist man angestellt, zahlt der Arbeitgeber ohnehin, so dass der Wegfall nicht schmerzt. Ist man jedoch nicht künstlerisch Selbständig oder hat Sonderfälle (wie bei mir in Zukunft) dass der Arbeitgeber nichts trägt (Schweiz), muss man alles komplett finanzieren. Aber: Die gesetzliche Rente muss weiterhin befüllt werden!

    Beispiel: Verdienst künstlerische Selbständigkeit im Monat: 1000€ Netto. Bis zu dem gleichen Betrag kann also als nicht künstlerisch gearbeitet werden. Danach fällt die Zuzahlung zur KV und Pflege fort. Das sind, wenn man gesetzlich bleibt, gut 300€. Bis zu einem Einkommen von mindestens 1300€ abseits der Kunst zahlt man am Ende also sogar noch drauf.

    Fall 2b: Überwiegend angestellt/nicht-künstlerisch
    Übersteigt des Einkommen aus Angestelltenverhältnis bzw. nicht-künstlerischer Selbständigkeit den Schwellenwert von 2750€ (!) Brutto im Monat (alte Bundesländer) bzw. 2400€ (neue Bundesländer), so ist man mit seinen Einnahmen aus der Selbständigkeit komplett raus aus der gesetzlichen Rente.

    Nähere Informationen auch zu diesen Fallbeispielen werden von der Künstlersozialkasse in dem PDF Versicherung trotz Nebenjob beschrieben.

    Mein Idealbild

    Ich empfinde die KSK grundsätzlich von der Idee her als nicht verkehrt: Geringverdienende Künstler (es heißt oftmals nicht umsonst brotlose Kunst) werden gefördert. Die Art und Weise, wie die KSK sich allerdings aufdrängt, ist ähnlich penetrant wie die GEZ. Ich warte noch auf den Tag, an dem die KSK Vertreter bei Unternehmen an die Tür klopfen und fragen: „Haben Sie unangemeldet Künstler beauftragt, für die Sie noch keine 5% abgeführt haben? Dürfen wir mal reinkommen und Ihre Kassenbücher wälzen?“ Absurd an dieser Stelle ist auch, dass ein Auftraggeber diese 5% Abgabe generell bezahlen muss, egal ob der beauftragte Künstler nun bei der KSK gemeldet ist, oder nicht. Der Wunsch von so manchem Designer, seinen Kunden vor weiteren Zusatzausgaben zu schützen, bleibt also nur eine gut gemeinte Willensbekundung ohne Auswirkung.

    Was ich mir wünsche, ist Wahlfreiheit:

    • A) Ich möchte die Unterstützung der KSK in Anspruch nehmen und willige damit ein, in die gesetzliche Rente einzuzahlen.
    • B) Ich möchte mein eigenes Ding ohne Hilfe der KSK selbständig durchziehen. Meine Altersvorsorge plane ich eigenständig wie ich es will.

    Mir ist bewusst, dass Rententopf für unsere jetzigen Senioren irgendwie gefüllt werden muss und ich will mich auch nicht vor einer Abgabe drücken. Diese Trennung zwischen selbständigen Künstlern (die eh meist wenig haben) die zahlen müssen, und Selbständigen mit nicht-künstlerischen Beruf, die nicht zahlen müssen verschließt sich mir allerdings voll und ganz.

    Als Laie auf dem Gebiet würde ich mir einfach eine Kopfpauschale für jeden Bürger wünschen (Angestellt oder selbständig), die ab einem gewissen Einkommen prozentual in den allgemeinen Rententopf (nicht die eigene Rente) eingezahlt werden muss. Dieser Betrag muss natürlich deutlich geringer ausfallen, als die jetzigen, knapp 20%. Danach könnte jeder für sich selbst entscheiden, wie er seine Absicherung treffen möchte.

    Möglichkeiten gibt es genug.

    Interessante Links zu dem Thema
    • Website der Künstlersozialkasse (offizielle Informationsseite)
    • KSKontra (Initiative gegen die KSK)
    • Versorgungslückenrechner (Gesetzliche Rente)

     

  • 2011 04.05. Mittwoch

    Zeeion Blower - Viel Puste gegen Staub

    Geschrieben unter Designblog
    Kommentare (0)

    Abbildung Zeeion Blower

    Nach 10 Jahren,während denen ich meine Kameraobjektive (und ab und an auch meinen Laptopbildschirm) mit einem 5€ Blower von Hama entstaubt habe, pustet das gute Ding inzwischen mehr Staub aus, als dass es diesen entfernt. Zeit genug, sich einmal der aktuelleren Technik zu widmen.

    Im Grunde genommen muss so ein Blower ja nichts tun, als den Staub von der Linse zu pusten. Die Auswahl sollte da eigentlich nicht so schwer fallen. Was spricht gegen eine so günstige Variante, wie ich Sie jahrelang eigentlich auch erfolgreich mit dem Hama betrieben habe? Ich habe mich aufgrund mangelnder Notwendigkeit nie wirklich damit beschäftigt. Nun aus aktuellem Anlass habe ich mir einmal einen Rocket Blower angesehen und muss sagen: Wow. Das Ding pustet wirklich ordentlich. Mein alter Hama Blower wirkt dagegen wie ein verstopfter Staubsauger im Rückwärtsgang.

    Im Anschluss bin ich zu Visible Dust gesurft, eine kanadische Firma, die sich auf Kamerareinigungsprodukte spezialisiert hat und deren Fan ich schon seit längerem bin (Arctic Butterfly) um mir deren Produkte anzusehen. Neben dem Standard-Blower bietet VD den im Titel erwähnten Zeeion Blower an.

    Antistatisch pusten

    Der Zeeion Blower ist aus einem speziellen Silikon gefertigt, das die Luft beim Ausstoßen antistatisch auflädt, den Staub leichter entfernt und die Oberfläche in der Folge weniger anfällig für Staubbefall machen soll. So das Versprechen in groben Worten. Auf der Herstellerwebsite gibt es dazu auch ein kleines Demovideo. In der Praxis konnte ich für mich, wie fast zu erwarten, keine spürbaren Vorteile in der Staubentfernung gegenüber dem Rocketblower feststellen. Die Prävention für erneuten Staubbefall kann ich hingegen bestätigen. Ich habe die Linse nach einer Nassreinigung einmal mit dem Rocketblower und einmal mit dem Zeeion Blower getestet. Das Objektiv lag jeweils für 3 Tage ohne Deckel auf meinem Büroschreibtisch. Im Vergleich lagen am Ende bei der Verwendung des Rocket Blower sichtbar mehr Staubkörner auf der Linse. In der Praxis sehe ich allerdings nur einen beschränkten Vorteil. Ein kurzes Pusten und der Staub ist davon. Alleine dafür ist der Zeeion Blower sein Geld nicht wert. Immerhin kostet er knapp 40€. Das Vierfache des normalen RoketBlower.

    Weitere Vorteile

    Eine weitere besondere Konstruktion des Zeeion Blower ist der Luftkanal mit einem Sperrventil. Dieser sorgt dafür, dass Luft kräftig ausgestoßen wird, bei der folgenden Luftaufnahme in den Balgkörper jedoch kein Staub eingezogen wird. Somit kann das Problem, das ich mit meinem Hama-Blower hatte, also das Auspusten von Staub nicht mehr eintreten. Ein anderes schönes Detail ist auch die gummierte Spitze am Ende des Plastikrohrs. Bei einem versehentlichen Stoßen mit dem Blower an die Linse oder sogar Spiegel und Sensor, während man den Staub wegpustet, wird die Gefahr einer Beschädigung der teuren Komponenten verringert.

    Fazit

    Der Zeeion Blower kostet viermal so viel wie ein von der Pustekraft gleichwertiger RocketBlower. Die antistatische Aufladung von Luft und Oberfläche wirkt moderat, ist aber alleine keine 25€ Aufpreis wert. Die gummierte Spitze halte ich persönlich für das größere Highlight. Letztlich ist der Zeeion aber für den verhältnismäßig geringen Mehrwert zu teuer, auch wenn noch ein kleiner Lederbeutel zur Aufbewahrung beiliegt. Wer dennoch Interesse an der bunten Palette (Gelb, Blau und Grün) hat, findet hier noch einige Fakten zum Zeeion Blower.

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